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Franz Tausend, ein moderner Alchimist


Die Blütezeit alchimistischer Betrügereien, das 17. und 18. Jahrhundert, war längst vorbei. Da trat in den 1920er Jahren noch einmal ein frecher Schwindler auf den Plan, dem eine ganze Reihe allzu gutgläubiger Anleger auf den Leim ging. Dem gelernten Drogisten Franz Tausend gelang es 1925, zahlreiche Investoren aus völkisch-nationalistisch orientierten Kreisen davon zu überzeugen, dass er in der Lage sei, Gold herzustellen. Zu den Interessenten gehörten namhafte Industrielle sowie der General und Hitler-Vertraute Erich Ludendorff, der aufgrund seiner Verdienste im Ersten Weltkrieg hohes Ansehen genoss. Viele Investoren vertrauten offenbar darauf, dass die Angelegenheit seriös sein müsse, wenn Ludendorff beteiligt ist.

Franz Seraph Tausend wurde im Juli 1884 im schwäbischen Krumbach geboren. Nachdem er bei seinem Vater eine Lehre als Klempner durchlaufen hatte, absolvierte er in Hamburg eine Ausbildung als Drogist. In dieser Zeit kam er erstmals mit alchimistischer Literatur in Berührung. Schon früh bewies dieser Tausendsassa hochstaplerisches Talent. Der Gelegenheitsjob als Kontrolleur in einer chemischen Fabrik brachte ihn dazu, Visitenkarten drucken zu lassen, die ihn als Chemiker auswiesen. Außerdem gab er vor, ein Verfahren entwickelt zu haben, das es ihm ermögliche, einer gewöhnlichen Geige den Klang einer Stradivari-Violine zu verleihen.

1921 richtete sich Tausend in einer Villa im Münchner Stadtteil Obermenzing ein Laboratorium ein. Im folgenden Jahr publizierte er im Eigenverlag ein Buch mit dem Titel 180 Elemente, deren Atomgewichte und Eingliederung in das harmonisch-periodische System, in dem er die Grundlagen der modernen Chemie anzweifelte. Gemäß der Expertise eines zeitgenössischen Fachmanns enthält die Broschüre einen kruden Mix aus halbverdautem Wissen und völlig unhaltbaren Theorien. 1923 lernte Tausend den jungen Rechtsreferendar Rolf Rienhardt kennen, ein NSDAP-Mitglied, mit dem er eine Firma zur Verwertung seiner Erfindungen gründete. Tausend gelang es, seinen Kompagnon davon zu überzeugen, dass er imstande sei, Gold herzustellen.

Der Plan war, durch industrielle Goldproduktion die finanziellen Probleme Deutschlands zu lösen, die durch die Reparationsforderungen des Versailler Vertrags nach dem Ersten Weltkrieg entstanden waren. Das aus Blei hergestellte Gold verkaufen war das Ziel. Goldankauf durch finanzkräftige Abnehmer sollte Deutschland aus der Krise führen. Goldverkauf war die Losung. Goldhandel im großen Stil ist kein Problem, wenn man immer mehr Gold herstellen kann. Gold kaufen wird überflüssig, wenn man über eine Technik verfügt, die reichen Goldnachschub gewährleistet. Dieses Vorhaben verfolgte nach dem Ersten Weltkrieg auch der deutsche Chemiker und Nobelpreisträger Fritz Haber, der sich jahrelang vergeblich mit der Goldgewinnung aus dem Meer beschäftigte.

Nachdem Tausends Unternehmen zum schweren finanziellen Nachteil der Investoren Ende 1926 geplatzt war, fanden sich immer noch Geldgeber für weitere betrügerische Geschäfte, die nach einem Schneeballsystem funktionierten. Das Unternehmen war offenbar ein voller Erfolg. Ende der zwanziger Jahre besaß Tausend mehrere Schlösser und Villen. Warum Tausend überhaupt Geldgeber brauchte, wenn er ohnehin in der Lage war, Gold herzustellen, diese Frage stellte sich offenbar niemand. Erst Ende 1928 schöpften die Investoren Verdacht, und der mittlerweile flüchtige Betrüger wurde per Haftbefehl gesucht. 1929 wurde Tausend festgenommen und 1931 zu einer Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt. 1933 wieder freigelassen, setzte er seine Goldprojekte fort und schlug sich daneben mit kleineren Betrügereien durch. 1938 wurde Tausend deswegen erneut verhaftet, er starb im Juli 1942 im Landesgefängnis Schwäbisch Hall.

Von Tausend soll der Satz stammen „Wir glauben nur das, was wir uns wünschen.“ An dieser Aussage könnte etwas dran sein. Wie sonst soll man es sich erklären, dass zahlreiche Persönlichkeiten aus Adelskreisen, Militär und Bankenwesen einem dreisten Betrüger auf den Leim gingen. Sie „investierten“ Kapital in Millionenhöhe, um Tausends Versuche, aus Blei Gold zu machen, zu unterstützen – natürlich in der Hoffnung, dabei selber einen fetten Reibach zu machen. Und das alles in einer Zeit, als man es bereits besser wissen konnte. Das Wissen der modernen Chemie reichte längst aus, um solche Versuche als Scharlatanerie zu entlarven.


WusstenSieschon
Isaac Newton, Master of Mint

Sir Isaac Newton (1642-1727) gilt aufgrund seiner Leistungen auf dem Gebiet der Physik und Mathematik als einer der großen Naturwissenschaftler der Geschichte. Sein Name ist für alle Zeiten mit der Entdeckung des Gravitationsgesetzes verbunden. Heute weniger bekannt ist, dass der eigenbrötlerische, fleißige Mann ab 1699 als Master der Königlichen Münze in London wirkte. Dieses Amt beendete seine Laufbahn als Wissenschaftler. Als "Master of the Mint" sorgte er unbeabsichtigt dafür, dass sich in England ab 1717 die Vorherrschaft des Goldes als Währungsstandard etablierte. Kaum geläufig ist außerdem, dass Newton sich intensiv mit Alchimie beschäftigte und alchimistisches Denken Einfluss auf seine naturwissenschaftlichen Forschungen hatte.

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