Goldrausch: Im 19. Jahrhundert



Suedafrika im Goldrausch Minenarbeiter
Minenarbeiter in Südafrika, Pilgrims Rest
In verschiedenen Teilen der Welt verlockten Goldfunde Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen und ihr Glück als Goldgräber zu versuchen. Mit dem Traum vom Reichtum vor Augen nahmen diese Abenteurer unvorstellbare Strapazen auf sich. Reich wurden die wenigsten, obwohl sich große Mengen Gold in der Erde verbargen. Die Goldfunde des 19. Jahrhunderts übertrafen alles, was in der Historie der Goldexploration bisher da gewesen war bei Weitem. Hatten die spanischen Goldvorkommen in Südamerika die Weltjahresproduktion verdoppelt, so betrug der Weltvorrat um 1700 etwa das Fünffache der Menge vor der Entdeckung der Neuen Welt. Dieses Ausmaß verdoppelte sich im 18. Jahrhundert noch einmal durch die Lagerstätten in Brasilien. Im Jahr 1859 belief sich die Weltgoldproduktion auf das Zehnfache der Menge, die im 18. Jahrhundert im Jahresdurchschnitt gefördert wurde. 1908 betrug das Jahresvolumen mehr als das Hundertfache von 1848.

Goldrausch in Russland.

Die abenteuerlichen Geschichten vom Goldrausch in Kalifornien Mitte des 19. Jahrhunderts und in Alaska gegen Ende des Säkulums, darüber hinaus auch in Australien und in Südafrika, sind allgemein im Bewusstsein verankert. Darüber ist weithin in Vergessenheit geraten, dass zuvor schon in Russland ein Goldfieber ausgebrochen war. 1744 war im Uralgebirge Gold gefunden worden, die Ausbeute blieb jedoch bis ins dritte Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts bescheiden. Erst als der findige Zar Alexander I. dafür sorgte, dass die Goldvorräte im Ural im großen Stil ausgebeutet wurden, stieg die Produktion in den nächsten Jahrzehnten beträchtlich. In der Folge wurden auch östlich des Ural in Sibirien ergiebige Goldlagerstätten entdeckt. Bis etwa 1847 stammten mehr als 60 Prozent der weltweiten Fördermenge aus den russischen Goldlagern. Der Goldabbau in Russland unterschied sich jedoch erheblich von der Goldsuche in den Vereinigten Staaten. Während in den USA Glücksritter und Abenteurer sich auf die Suche machten, waren in den russischen Minen des Zaren ausschließlich Leibeigene beschäftigt, die sich für einen Hungerlohn mehr als zwölf Stunden täglich abschufteten. Kein Körnchen Edelmetall landete in ihrem Besitz.

Goldrausch in Kalifornien.

Im Januar 1848 fand der Mechaniker James Marshall am American River, einem Zufluss des Sacramento River, im kalifornischen Sacramento Valley eineinhalb Unzen Gold. Der Grund und Boden, auf dem das Gold gefunden wurde, gehörte dem Schweizer Einwanderer Johann August Sutter, der nach dem Konkurs seiner Firma über Frankreich und Hawaii 1834 nach Kalifornien gekommen war, um sich hier niederzulassen. Sein riesiges Anwesen, auf dem er mehrere hundert Arbeiter beschäftigte, nannte er New Helvetia. Sutter ahnte, dass ihm der Goldfund kein Glück bringen würde. Er versuchte vergeblich, seine Arbeiter zur Geheimhaltung zu verpflichten. Doch die Meldung war nicht zurückzuhalten. Im August 1848 berichtete eine New Yorker Zeitung von den neu entdeckten Goldfeldern in Kalifornien. Kurze Zeit später waren die ersten Goldsucher vor Ort, seinen Höhepunkt erreichte der kalifornische Goldrausch im Jahr 1849.

Hunderttausende von Menschen aus aller Herren Länder strömten ins Sacramento Valley, um ihr Glück als Goldgräber zu versuchen. Sutter konnte sich mit dem Verkauf von Parzellen zwar von seiner Schuldenlast befreien, aber seine blühende Ranch und sein Lebenswerk waren ruiniert. Jahrzehnte lang versuchte er vergeblich, den Anspruch auf seine Ländereien vor Gericht geltend zu machen. Die amerikanische Justiz begünstigte jedoch die Neusiedler zu Ungunsten der Großgrundbesitzer. Sutter starb 1880 als armer Mann. Auch von den Goldsuchern wurden die wenigsten reich. Große Gewinne machten Händler und Kaufleute, die für Ausrüstungsgegenstände Wucherpreise verlangten. San Francisco wuchs in der Zeit von Januar 1848 bis Dezember 1849 von 1000 auf 250 00 Einwohner an. Der unkontrollierte, massenhafte Zustrom von Menschen verursachte erhebliche Probleme.

Doch die Zeit der privaten Goldgräber dauerte nur wenige Jahre, 1854 wurden die Goldvorkommen bereits industriell abgebaut, als hilfreich erwies sich dabei die Erfindung des hydraulischen Hochdruck-Wasserstrahlers. Diese reichen Goldvorkommen an der Westflanke der Sierra Nevada trugen erheblich dazu bei, dass die Vereinigten Staaten zu einer großen Wirtschaftsmacht wurden. Die USA wurde bereits 1849 Spitzenreiter in der Rangliste der Goldförderländer, in den Folgejahren sorgten die Vereinigten Staaten für annähernd die Hälfte der weltweiten Goldproduktion. Weitere reiche Goldlagerstätten kamen hinzu: 1860 wurde in Nevada Gold gefunden, 1891 in Colorado, 1896 in Alaska.

Goldrausch in Australien.

Bereits in den ersten drei Jahrzehnten des Jahrhunderts fand man in Australien vereinzelt Gold, doch dem wurde zunächst wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das australische Goldfieber, das Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzte, markierte für das Land den Wandel von einer Sträflingsinsel in einen modernen Staat. Die wirtschaftliche Entwicklung des fünften Kontinents wurde durch die Entdeckung der Goldvorkommen entscheidend beeinflusst. Auslöser war ein erstaunlicher Goldfund, der dem Briten Edward Hammond Hargraves im Februar 1851 im Macquarie River in der Nähe von Bathurst (New South Wales) gelang. Hargraves, der zuvor schon vergeblich in Kalifornien sein Glück versucht hatte, fand ein Nugget mit einem Goldgehalt von nicht weniger als 40 Kilogramm. Wenige Monate nachdem der Fund bekannt geworden war, drängten sich mehr als 50 000 Goldsucher in der Region. Schon wurden Goldsäcke auf Schiffen ins Mutterland Großbritannien gebracht. Aus Angst vor den negativen Folgen eines Goldrausches, wie man sie in Kalifornien beobachten konnte, versuchten Regierungsvertreter den Fund geheimzuhalten. Vergeblich!

Doch Bathurst bildete nur den Anfang. In einer Reihe von Orten wurde in den folgenden Jahrzehnten Goldlagerstätten entdeckt. Die wichtigsten sind Temora (New South Wales), wo 1869 erstmals Gold gefunden wurde, ein regelrechter Goldrausch aber erst 1879 einsetzte, Teetulpa (South Australia), wo man im Oktober 1886 auf das wertvolle Edelmetall stieß, und Coolgardie (Western Australia), wo im Juni 1892 Gold entdeckt wurde. Die männliche Bevölkerung ganzer Landstriche wurde vom Goldfieber erfasst, Frauen und Kinder blieben zurück. Als Folge der Goldfunde wuchs die Einwandererzahl 1852 auf das Siebenfache. Die ungewöhnlich ergiebigen Lagerstätten machten viele Goldsucher tatsächlich reich. Innerhalb von einem Jahrzehnt stieg die Bevölkerung von knapp 50 000 Einwohner auf etwa 1,2 Millionen. Die Städte Sydney und Melbourne verdanken dem Goldfieber ihr rasches Wachstum. Regelmäßige Schiffsverbindungen von Europa und Amerika nach Australien wurden eingerichtet. Bemerkenswert ist auch, dass die Verbannung von Kriminellen auf den australischen Kontinent als Folge des Goldrausches eingestellt wurde. Offenbar kam man zu der Auffassung, dass ein Land, in dem man sein Glück machen kann, nicht als Sträflingskolonie taugt.

Goldrausch in Südafrika

Nicht nur in Kalifornien und Australien, sondern auch in Südafrika lockten im 19. Jahrhundert Goldvorkommen viele Menschen ins Land. Im März 1886 entdeckte ein Mann namens George Harrison in Transvaal eine Goldader, als er auf seinem Grundstück während der Errichtung seines Hauses einen großen Felsen ausgraben wollte. Die südafrikanischen Goldfelder unterscheiden sich von den kalifornischen und den australischen erheblich, insofern dort selten Nuggets gefunden werden. Das goldhaltige Gestein kommt in Adern vor, die im Durchschnitt etwa 30 Zentimeter dick sind und die bis zu 2000 Meter unter der Erdoberfläche verborgen sind. Der Goldgehalt dieses Gesteins ist nicht sehr groß, und es lässt sich nur mit höchstem technischen Aufwand vom Gestein trennen.

Trotzdem sind diese Vorkommen am sogenannten Witwatersrand die größten Goldlagerstätten der Welt. Da für den Abbau sehr viel Investitionskapital notwendig war, lag die Ausbeutung der Lager von Beginn an in Händen von Großunternehmern. Wenige Jahre später war der Ansturm auf die Goldvorkommen rückläufig, die Aktien der Fördergesellschaften fielen erheblich. Doch es erwies sich als Fehler, die Wertpapiere zu verkaufen. Der schottische Chemiker John Stewart MacArthur hatte ein Verfahren entwickelt, das durch die Verwendung von Zyanid die Goldgewinnung erheblich vereinfachte und damit erst rentabel machte. Das Zyanid-Verfahren, dessen Entdeckung 1889 bekannt gegeben wurde, war ein durchschlagender Erfolg.

Als Folge der Goldfunde entstand die Stadt Johannesburg, die schon ein Jahr später etwa 10 000 Einwohner zählte, 1895 betrug die Einwohnerzahl bereits 100 000. Die Hälfte der Einwanderer stammte aus Großbritannien. Die wirtschaftliche Bedeutung der reichhaltigen Goldlagerstätten führte zum Konflikt zwischen den Briten und den Buren, die hier ursprünglich siedelten und die politische Kontrolle über das Gebiet hatten. Diese Auseinandersetzung mündete in den Zweiten Burenkrieg (1899-1902), der mit der Eingliederung der Region in das britische Imperium endete. Großbritannien hatte damit die reichste Goldlagerstätte der Welt in seinen Besitz gebracht.

Goldrausch in Alaska.

Bereits in den siebziger und achtziger Jahren war in Alaska vereinzelt Gold gefunden worden. Der Goldrausch in dem kalten, unwirtlichen Land wurde eingeleitet durch den Fund von George Washington Carmack und den beiden Indianern Skookum Jim und Dawson Charlie, die im August 1896 nahe des Zuflusses des Klondike River in den Yukon River fündig wurden. Das Areal erhielt daraufhin den Namen Bonanza Creek. Es war so weit abseits der menschlichen Zivilisation, dass es elf Monate dauerte, bis die brisante Meldung in den USA öffentlich bekannt wurde.

In kürzester Zeit setzte das Goldfieber ein. Zunächst gelangten Goldsucher aus San Francisco und der amerikanischen Westküste nach Alaska, später folgten auch Europäer und Asiaten. Ein Großteil der Glücksucher und Abenteurer reisten mit dem Schiff nach Skagway oder Dyea an der Küste Alaskas, von hier aus folgte ein beschwerlicher Fußmarsch über den White Pass oder den Chilkoot Pass ins Grenzgebiet zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada. Vom Lake Bennett aus versuchte man, mit Booten oder Flößen auf dem Yukon River Dawson City zu erreichen. Viele kehrten um, viele kamen ums Leben. Von etwa 100 000 Menschen erreichten circa 40 000 ihr Ziel, die meisten von ihnen kamen jedoch zu spät, denn die besten Claims waren längst vergeben.

Der amerikanische Schriftsteller Jack London, der selbst zur ersten Welle der Goldsucher gehörte, verarbeitete den Goldrausch von Alaska in seinen Romanen und Erzählungen. Berühmt ist auch der Spielfilm Goldrausch (1925) von Charlie Chaplin, der die Strapazen und Entbehrungen der Goldsucher im Eis und Schnee eindrucksvoll schildert. Das feindselige Klima und die daraus resultierenden Beschwerlichkeiten, mit denen die Glücksritter in Alaska konfrontiert waren, machen die Geschichten, die von diesem Goldrausch erzählt werden, besonders eindringlich. Um 1900 waren die größten Vorkommen an der Erdoberfläche weitgehend erschöpft, es folgte die Periode der industriellen Goldgewinnung im Bergbau, die nur von Unternehmen geleistet werden konnte. Auch heute noch wird in Alaska nach Gold geschürft, allerdings mit effektiveren Methoden als zur Zeit des großen Goldrauschs.

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